Inzidenzwert über 50: Maskenpflicht an Grundschulen

Stadtrat Stöcken sieht an Schulen und Kitas weiter keine Auffälligkeiten – Corona-Fall am Gymnasium Elmschenhagen

Quelle: Kieler Nachrichten vom 13.11.2020, Seite 23

Kiel. Mit einem Inzidenzwert von 51,9 hat Kiel am Mittwochabend erstmals die 50er-Marke überschritten. Damit treten neue Hygienevorkehrungen in Kraft. Das betrifft vor allem Kinder. Grundschüler müssen ab sofort im Unterricht Masken tragen.

Das sieht die Verordnung der Landesregierung vor. Sobald es mehr als 50 Infektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche gibt, müssen auch die Grundschüler während des Unterrichts einen Gesichtsschutz tragen. Bisher galt eine Maskenpflicht nur an weiterführenden Schulen ab Klasse 5 unabhängig vom Inzidenzwert. Laut Landesverordnung gilt die Maskenpflicht auf dem Schulhof, in der Mensa, bei schulischen Veranstaltungen außerhalb des Schulgeländes sowie auf dem Schulweg zwischen Bus- oder Bahnhaltestelle und in allen Schulgebäuden. Zunächst gilt die Regelung bis 30. November – ebenso lange wie die aktuelle Landesverordnung.

Das Amt für Schulen hat gestern bereits auf die Überschreitung des Grenzwertes reagiert und Masken an die Grundschüler der Klaus-Groth-Gemeinschaftsschule verteilt. Insgesamt hat das Amt für Schulen 17 000 bunte Masken für Grundschüler und 55 000 einfarbige Masken für weiterführende Schulen. Die Kosten in Höhe von 141 500 Euro werden über das Hygieneprogramm des Landes Schleswig-Holstein gefördert.

Als weitere Konsequenz sollen die Schulchöre nicht mehr singen, teilte Gesundheitsdezernent Gerwin Stöcken mit, der nach wie vor keine besonderen Auffälligkeiten an Kieler Schulen und Kitas sieht. „Wir stehen weiter gut da.“ Einen neuen Corona-Fall gibt es an Kieler Schulen dennoch zu vermelden: Bei einem Schüler am Gymnasium Elmschenhagen wurde laut Stadt das Virus nachgewiesen. Damit gibt es in mehr als zehn Kieler Schulen Corona-Fälle. Insgesamt vermeldete die Stadt gestern 15 Neuinfektionen in Kiel (Inzidenz: 52,7).

Für Bildungsministerin Karin Prien ist die Maskenpflicht auch an Grundschulen das mildeste Mittel zur Eindämmung des Infektionsgeschehens. Eine Alternative zum Tragen eines Gesichtsschutzes gebe es nicht, wenn die Schulen weiter geöffnet bleiben sollen. Und das ist das erklärte Ziel des Landesregierung. „Das Allerletzte, was schließt, falls sich das Infektionsgeschehen noch deutlich verschärft, sind die Schulen in Schleswig-Holstein.“

Quellenangabe: Kieler Nachrichten vom 13.11.2020, Seite 23